23:21:00 11.11.2018

HTC-Damen lassen Göttingen keine Chance

Die Basketballerinnen des Herner TC haben ihren zweiten Platz in der Bundesliga gefestigt. Beim 74:46 lassen sie Göttingen nie eine Chance.

Und wie die Körner reichten! Als hätte ihnen der Rekordsieg gegen Saarlouis Flügel verliehen, brachten Hernes Bundesliga-Basketballerinnen keine 48 Stunden erneut jede Menge Energie aufs Linoleum – die Parkett-Aufbauer hatten sich krank gemeldet -- und rollten förmlich über die flippo Baskets aus Göttingen hinweg. Beim 74:46-Sieg machten es die HTC-Damen noch gnädig.

Vor allem die erste Halbzeit war bärenstark, defensiv für deutsche Verhältnisse sogar nahe an der Perfektion. Ganze 18 Zähler ließen die Hernerinnen bis zur Pause zu, nur drei Würfe aus dem Feld landeten bis dahin pro Viertel in der Reuse des Herner TC. Wann immer eine Göttingerin zum Wurf ansetzte, streckten sich ihr ein, zwei Hände entgegen. Gegen die aggressive, schnelle und gut abgestimmte Defense kam die gefürchtete Distanzschützin Cori Coleman überhaupt nicht zum Abschluss, und auch die Mitte des zweiten Viertels wegen einer ausgerenkten Schulter ausgeschiedene Centerin Verdine Warner war bei Natalie Burton und Co. abgemeldet.

Starke Defense und brillante Angriffszüge

„Wenn man so gut verteidigt, ist es auch leicht, im Angriff zu glänzen“, meinte Marek Piotrowski später trocken. Dass auch der Trainer, genauso wie die Herner Fans, an den brillanten Angriffszügen namentlich in der Anfangsphase seine helle Freude hatte, war ihm allerdings schon während des Spiels deutlich anzumerken. Als sich einmal zwei, drei Nachlässigkeiten einschlichen, machte Piotrowski seinem Ärger sofort Luft. „Wir müssen es schaffen, die ganzen 40 Minuten fokussiert zu bleiben“, zeigte er dem Schlendrian in einer Auszeit umgehend die Rote Karte.

Zu diesem Zeitpunkt Mitte des dritten Viertels war die Frage nach dem Sieger längst beantwortet. Mit 51:25 führten die in allen Belangen überlegenen HTC-Damen, und jede der zehn eingesetzten Spielerinnen hatte sich bereits in der Scorerliste verewigt. So durften noch im dritten Abschnitt Laura Zolper, später auch Sarah Polleros weitere Erstligaluft schnuppern. Und weil ihre Kolleginnen einiges dafür taten, sie in gute Wurfpositionen zu bringen, versenkten auch die Jugendspielerinnen jeweils noch einen Ball im Göttinger Korb. So verteilten sich am Ende die 74 Herner Punkte auf zwölf Spielerinnen, und es ist für Statistikfreunde eine lohnende Aufgabe, der Frage nachzugehen, ob und wann es das in der DBBL zuvor jemals gegeben hat.

Die Basis für Großes ist gelegt

Mit sieben Siegen aus acht Spielen hängt der Himmel für den Tabellenzweiten derzeit voller Geigen. Noch ist kein Gegner in Sicht, gegen den ein HTC keine Siegchance hätte. Das mag sich ändern, wenn die Topteams nachrüsten. Dann wird sich zeigen, ob Herne mithalten kann. Die Basis ist jedenfalls gelegt, um in diesem Jahr Großes zu erreichen.

Quelle: Wolfgang Volmer/WAZ