00:38:31 11.02.2019

Tabellenführer

Mit 81:63 hat der Herner TC beim BC Pharmaserv Marburg gewonnnen. Nicht nur dieses Spiel, auch der direkte Vergleich geht damit klar an Herne.

Immer mal wieder zwischendurch in der zweiten Halbzeit, wenn der Herner TC im Angriff war, war das Heimpublikum des BC Pharmaserv Marburg ziemlich still. Die Gäste führten klar, und aus dem Hintergrund war dann deutlich der Ruf „Her-ne!“ aus ein paar Fankehlen zu hören. Das Ausrufezeichen dahinter fand sich im zweiten Durchgang auf der Anzeigetafel, die am Schluss den HTC als Sieger des DBBL-Spitzenspiels auswies: mit 81:63 (37:42) gewannen die Hernerinnen als Zweiter beim Tabellenführer.

18 Punkte Differenz. Damit war auch die Frage nach dem direkten Vergleich eindeutig beantwortet. Mit sieben Punkten Unterschied hatten die Marburgerinnen das Hinspiel in der H2K-Arena gewonnen.

Volle Halle beim Spiel Erster gegen Zweiter

Fürs Top-Spiel der Liga war alles bereit in Marburg: Erster gegen Zweiter, eine volle Halle, und ein Marburger Team, das seine Favoritenrolle annahm – auf der Gegenseite ein HTC, der seine Chance auf den Griff zur Spitze nutzen wollte. Dies allerdings ohne Emina Karic, die erkrankt nicht mit dabei war: „Aber die Mannschaft hat heute auch für ihre Kapitänin gespielt“, sagte Trainer Marek Piotrowski. Und wie sie das tat, vor allem in Halbzeit zwei.

Der Start geriet für beide Teams etwas hektisch, nach wenigen Minuten hatten sich die Marburgerinnen schneller in diese Partie gespielt.

Für Marek Piotrowski war das 12:7 für die Gastgeberinnen dann der Zeitpunkt für die erste Auszeit, und Herne kam anschließend heran: das 11:15 waren die ersten zwei Punkte für Neuzugang Darcee Lee Garbin im Herner Trikot, und Beatrice Attura verkürzte noch einmal, mit zwei Punkten zum 13:15 aus Sicht der Gäste. Vier Punkte Vorsprung (20:16) nahmen die Marburgerinnen aus einem von beiden Teams schnell geführten ersten Viertel mit.

Herner TC findet das Gaspedal im dritten Viertel

Auch im zweiten Abschnitt rangen beide Teams darum, das Momentum auf die jeweilige Seite zu ziehen, nachdem hintereinander zunächst für Herne Beatrice Attura und Jill Bettonvil und für Marburg Stephanie Wagner jeweils Dreier durch den gegnerischen Korb rauschen ließen. Bis zur Halbzeit konnten sich die Gastgeberinnen aber nur minimal weiter absetzen, lagen zur Halbzeit mit fünf Punkten vorn (42:37). Chloe Bully hatte zwischendurch den HTC vorbeigeschoben am BC Pharmaserv, mit einem Dreier zum 30:29 für den HTC, aber Marburg setzte sich nach dem 37:37 wieder etwas ab.

Im dritten Abschnitt aber hatten die Hernerinnen endgültig das Gaspedal fürs eigene Angriffsspiel gefunden – und bremsten in der Defense den Tabellenführer aus. Nur acht Punkte gelangen den Gastgeberinnen im dritten Durchgang, während sich Herne immer wieder schnell nach vorne spielte und nicht nur die Führung mitnahm (46:44 durch Jordan Frericks), sondern ab diesem Zeitpunkt auch mit dem Momentum im Schlepptau durch dieses dritte Viertel sprintete.

Ausrufezeichen nach Spielschluss

Mit 24:8 gingen diese zehn Minuten an den HTC, der vor dem letzten Viertel mit 61:50 führte. Zwischenzeitlich auf 20 Punkte vergrößerte sich der Herner Vorsprung dann im Schlussabschnitt – die Sekunden nach dem 77:57 durch Jill Bettonvil zum Beispiel waren die Gelegenheit für die „Her-ne, Her-ne“-Rufe. Zwei verwandelte Freiwürfe von Karin Kuijt waren die Schlusspunkte zum deutlichen Herner Auswärtssieg.

Marek Piotrowski lobte nach dem Spiel sein Team: „Mit der ersten Halbzeit waren wir nicht zu zufrieden, aber danach haben wir vor allem auch besser verteidigt.“ Dass der Herner TC jetzt wieder Spitzenreiter ist, das soll erst mal in der Hauptrunde von Dauer sein. Piotrowski: „Wir sind jetzt die Nummer eins, haben noch fünf Spiele und werden alles dafür tun, dass wir das auch bleiben.“ Noch ein Ausrufezeichen, lange nach Spielschluss.

Viertel: 20:16, 22:21, 8:24, 13:20.

BCM: Baker (12), Bertholdt (8), Bradley (2), Kiss-Rusk (11/1 Dreier), Klug (2), Schaake (10/1), Sola (2), Wagner (3/1), Yohn (13/3).

HTC: Attura (11/2 Dreier), J. Bettonvil (15/3), L. Bettonvil (4), Bully (5/1), Burton (3), Frericks (16), Garbin (6), Kuijt (5/1), Sannes, Westerik (16/1).

Scouting (BCM – HTC), Freiwürfe: 87% – 86%; Rebounds: 31 – 36; Dreier: 33% – 44%.


Quelle: Stephan Falk/WAZ